Kritik an Pirelli nach zwei geplatzten Reifen – berechtigt?

Pirelli ReifenDer Reifenhersteller Pirelli, der seit 2011 offizieller Ausstatter der Formel 1 ist, muss sich derzeit harter Kritik stellen: Erst hat sich im Freitagstraining der Reifen von Silberpfeil Nico Rosberg verabschiedet und dann ist beim Rennen in Spa auch noch der Reifen von Ferraristi Sebastian Vettel geplatzt. Beide jeweils bei einem Tempo von gut 300 km/h.

Dass beide Fahrer hierüber nicht wirklich erfreut sind, ist verständlich. Während es Rosberg vor allem darum geht, den Auslöser für die Vorfälle zu untersuchen, um mehr Sicherheit gewährleisten zu können, wettert Vettel ganz vehement gegen Pirelli: Der mehrfache F1-Weltmeister ist mit der Zuverlässigkeit der Reifen in den letzten Jahren nicht zufrieden und schiebt den Reifenpatzer vom vergangenen Wochenende auf mangelhafte Empfehlungen des Einheitslieferanten. Er plädiert ganz klar für einen Hersteller-Wechsel. Konkret würde dies bedeuten, den französischen Konzern Michelin zum Ausrüster zu machen, der sich bereits um diese Position beworben hatte.

Mercedes Teamchef Niki Lauda hält diese Verallgemeinerung für unfaIr, während Pirelli alle Vorwürfe zurückweist: Ferrari war in Spa der einzige Rennstall, der auf eine Ein-Stopp-Taktik gesetzt hat, obwohl Pirelli im Vorfeld zu zwei bis drei Boxenstopps geraten hatte. Somit wäre der vorwarnungslos geplatzte Hinterreifen bei Sebastian Vettel auf zu hohen Verschleiß zurückzuführen, während selbige Panne bei Nico Rosberg durch einen Fremdkörper verschuldet sei.

Die Ereignisse des Rennwochenendes in Spa erinnern stark an den Großen Preis von Silverstone im Jahr 2013, wo reihenweise Reifen geplatzt waren. Allerdings wurde damals auf Initiative der Formel 1 ein höherer Verschleiß der Reifen bewusst hervorgerufen, um das Renngeschehen spannender zu gestalten. Von diesem Vorgehen hat man sich allerdings schon lange wieder distanziert, sodass mittlerweile – zumindest offiziell – auf sicherere Mischungen gesetzt wird.